Dienstag, 23. Februar 2016 //     2 ❞
Falls Fernweh eine zu diagnostizierende Krankheit wäre, wäre ich vermutlich chronisch krank. Jedes Mal überkommt es mich, eine unerklärliche Sehnsucht nach Neuem, nach neuen Kulturen und neuen Ländern. Und jedes Mal, wenn ich dem Drang nachgebe und in ein neues Land gehe, komme ich mit einem vollen Herzen und Bewunderung und zutiefste Sympathie dem Land gegenüber in die Schweiz und frage mich, warum ich die ehrliche Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Menschen nur so als Geschenk anschaue, warum ich jedes Mal das Gefühl habe, dass die Menschen auch mit dem Herzen leben und ihre Bedürfnisse nach echter zwischenmenschlicher Beziehung pflegen. Das ist mir so fremd, man arbeitet so lange, dass man erschöpft nach Hause kommt und wenn es streng läuft nur noch für den Job existiert. Was es bedeutet, im Jetzt zu leben missversteht man hier, indem man sich viele oder teure Klamotten besorgt, mehr oder weniger teuer essen und trinken geht, ins Kino oder shoppen. Klischee, was ich jetzt beschreibe, aber die Tendenz ist da, auch bei mir, wenn ich wieder zu lange hier war und wieder vergessen habe, was es bedeutet, am Leben zu sein.

Istanbul. 10 Tage waren bei Weitem noch zu kurz. Mit meinem Freund. Wahre Freunde gefunden, wo man sich gegenseitig tief verstanden fühlt. Das wird eine Freundschaft fürs Leben sein. Alte, wunderbare, weise, imposante Gebäude und Kultur, moderne Cafés und Restaurants, mitin das feinste Essen, das mir (nebst Griechenland und Indonesien) je begegnet ist. Strassenkatzen und -hunde, die von allen Menschen ringsherum liebkost, erzogen und gefüttert werden (unvorstellbar bei uns). Eine riesige Stadt, die von den Menschen her mein Land doppelt ausfüllen würde. Leder, Schmuck, Designer, Vintage... Zwei Kontinente, getrennt von dem wunderbaren Fluss Bosporus, eine kurze Schifffahrt und man befindet sich auf einem anderen Kontinent. Inseln, die mit Kutschen befahren werden, da es dort keine Autos gibt. Bazar mit Seide, Gewürze, Tee, Tücher, Kleidung, Lebensmittel.... Hamam....
Istanbul und seine Menschen hat in einer rasenden Geschwindigkeit mein Herz erobert. Und dort werde ich es lassen, bis ich das nächste Mal wieder dort bin und weiter mit dem Herzen lebe statt mit dem Verstand. 

2 liebe Kommentare ♥

» Lilly | 24. Februar 2016 um 03:04

obwohl es nur zwei bilder sind, sieht es wundervoll aus! ich wäre wohl auch so eine fernweh-kranke und ich warte nur darauf, dass es endlich wieder irgendwo hin geht :D

» Melyanisme | 27. Februar 2016 um 12:00

Tolle Bilder und schöne Erzählung zu deiner Reise!
Wunderbar wenn man auf so einer Reise wahre Freunde kennenlernt :)
Alles Liebe, Maya von Melyanisme

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