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Sonntag, 15. November 2015 //     0 ❞
Ich glaube, ich muss einfach noch meinen Platz in der Welt finden. Manchmal fällt es mir schwer, mich in das Gefühl einer Gemeinsamkeit hineinzuversetzen. Die Art, über Dinge zu denken stösst bei mir oft an ein einsames Gefühl, wirklich Gleichgesinnte habe ich nicht, was mich tief im Inneren bewegt, was mich ja auch ausmacht. Wie ich bin und wer ich bin. 

Dann neige ich oft dazu, nur die negative Kritik zu äussern, da diese leichter begründbar ist. Das Schöne, Gute, behalte ich viel mehr bei mir, da dies wie hauchdünne feine Kristalle viel leichter zerstörbar ist, die Magie der Schönheit wie ein Schatz nur die wenigsten zu Gesicht bekommen, nämlich diejenigen, vor denen ich die Kristalle beschützt weiss, die sie nicht sofort mit einer abwertenden Mimik, Bewegung oder Kommentar entwerten.
Kritik mit Kritik zu begegnen hingegen ist nicht eine solche Verletzung, denn da erzähle ich nicht von meinen inneren Kristallen, da erzähle ich, dass die schöne Steine oder Halbedelsteine da draussen in der Welt in der Realität nichts weiter sind als wertlose Steine. Täuschung. Gesteuerte Beeinflussung. Und wir lassen uns so gerne steuern, weil es einfacher ist zu folgen, als selbst einen Weg zu suchen und ihn dann ohne den Strom zu gehen. 

Jetzt tendiere ich schon wieder dazu, von Täuschung zu reden. Die Welt besteht so viel stärker aus Täuschung, als ein Durchschnittsmensch sich jemals vorstellt. Manche lassen sich auch gerne täuschen, da diese Beeinflussung vieles einfacher macht,  gerade, wenn man sich nicht mit den Dingen beschäftigen und sein Gemüt nicht damit belasten will. Ich könnte jetzt seitenlang schreiben, was ich alles verstehe unter den Täuschungen, die ich tagtäglich erlebe, in direktem und indirektem Kontakt. Aber das ist jetzt gerade nicht der Sinn. 

Es gibt so Vieles, das ich gerne einmal in die Welt hinausschrei(b)en möchte und sehen, ob die Menschen es nicht sehen wollen oder einfach alleine noch nicht darauf gekommen sind. Sind viele wirklich innerlich so abgelöscht, dass sie sich nur noch an der Oberfläche ihres Inneren bewegen? Oder sehe ich die Tiefe in ihnen einfach nicht? Bin vielleicht ich da blind und an der Oberfläche? 

Zur Zeit besteht meine persönliche Aufgabe an mich, mich mit dem, was ich habe, etwas zu kreieren, womit ich mich selbst verwirklichen kann. Dass ich mich selbst steuere. Das kommt mir zur Zeit unglaublich schwer und fast unmöglich vor, gleichzeitig weiss ich aber von seiner Simpelkeit, dass es sehr leicht möglich ist. Der Kampf findet nur innerlich statt. Ich kann sagen, wenigsten spielt sich da was ab und ich bemerke, dass ich nicht nur äusserlich formbar bin. 

Heute habe ich mich der unlösbaren Situation gewidmet, einen neuen Weg einzuschlagen, meinem Weg. Ich könnte jetzt meine Euphorie entschärfen, indem ich sage, das mache ich fast täglich, das wird auch heute nichts ändern. Jedoch würde ich dann die Realität aussen vor lassen, dass es absolut ein Weg der Möglichkeit ist, nichts Unlösbares, nicht weltbewegende Dinge äusserlich, meine Menschen um mich würden wahrscheinlich kaum etwas mitbekommen. 

Heute ist Sonntag. Sonntag Morgen. Die Sonne scheint, ich habe frei. Ich könnte im Blitzzug das Nötigste in meiner Wohnung machen und dann rausgehen. Realen Kontakt mit der Welt suchen, in 3D, nicht in social networks und Filmen herumtreiben. Social Networks habe ich zur Zeit ja sowieso nicht mehr. Noch keine 24 Stunden und ich überlege mir ständig, ob ich sie wieder aktivieren soll :D Etwas tolles machen gehen, wie letzten Sonntag, als ich in die Berge ging. Einfach so. Weil ich es kann. 



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